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Pieter
Brueghel, Die Anbetung der Könige – 1564. |
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Pieter
Brueghel: Leben *1525/26 in Breda + 1569 in Brüssel Über
Pieter Brueghels Leben ist nicht viel bekannt, nur
einige Eckdaten lassen sich mit Sicherheit festmachen. Nach Carel van Manders
Het Schilderboeck („Buch
der Maler“), das 1604 in Amsterdam veröffentlicht wurde, war Brueghel Schüler
des Antwerpener Künstlers Pieter Coecke van Aelst.
Brueghel wurde dort 1551 Meister und arbeitet zunächst in der bedeutenden
Kupferwerkstatt von Hieronymus Cock in Antwerpen. Während einer
Italienreise zwischen
1552 und 1555, auf welcher sich schon die Landschaftsdarstellung als ein
Schwerpunkt seines Schaffens abzeichnete, lebte er ab 1553 für einige Zeit in
Rom, wo er für den Miniaturmaler Giulio Clovio arbeitete. Danach kehrte er nach
Antwerpen in Cocks Kupferwerkstatt zurück. 1563
heiratete er Mayken Coecke,
die Tochter seines ehemaligen Lehrmeisters, in der Kirche von Notre-Dame de la Chapelle in Brüssel, wo er sich
schließlich niederließ. Brueghel starb am 5. September 1569 und wurde in der
Kirche Notre-Dame de la Chapelle
beigesetzt. Werk Brueghels eigenwilliger Stil ist nur unzureichend mit
einem Stilbegriff, wie etwa Manierismus zu
beschreiben. Eines seiner großen Vorbilder war Hieronymus Bosch, dessen
Bildsprache er vor allem in seinen frühen Werken oft zitierte (so etwa in Die
Dulle Griet oder dem Engelssturz). Er führte die
flämische Landschaftsmalerei des 16. Jahrhunderts auf ihren Höhepunkt,
begründete das niederländische Bauerngenre und schuf zahlreiche allegorische
Werke, die sich auf Sprichwörter, Volkskultur und humanistische Kultur
beziehen. Eines
seiner berühmtesten Werke ist das Bild mit dem Titel Die
niederländischen Sprichwörter (heute in der Gemäldegalerie
in Berlin), auf dem über
hundert niederländische Sprichwörter
zum Teil grotesk
in Szene gesetzt sind. Bilder wie dieses, mit 100 und mehr dargestellten
Personen (auch Wimmelbilder genannt), finden sich häufig in seinem Oeuvre;
durch geschickte Kompostition erscheinen auch
solche Motive ausgewogen. Besonders
bekannt wurde Brueghel bereits sehr früh (zum Beispiel in Carel van Manders Urteil) für seine Darstellungen des bäuerlichen
Lebens, wie sie sich in der Bauernhochzeit oder dem Bauerntanz finden. Jedoch
kann Brueghels Oeuvre keineswegs darauf reduziert
werden, tatsächlich besteht sein Gesamtwerk nur zu einem sehr geringen Teil
aus solcherart Genremalerei.
Brueghels Bildsprache ist äußerst komplex, jedes
kleine Detail seiner Werke ist beabsichtigt und meist ein Bedeutungsträger.
Symbole von Tod und Verderben, von Sünde (etwa in der Stichfolge Die
Todsünden), aber auch von Lebensfreude und Tugenden (vgl. die Stichfolge Die
Tugenden, Die Kinderspiele) ziehen sich durch sein gesamtes Oeuvre und wollen
entdeckt und bedacht werden. Das Motiv der verkehrten Welt
ist hierbei von zentraler Bedeutung und Schlüssel zum Verständnis vieler seiner
Werke. (Quelle: Wikipädia) Vor
dem Stall, in dem Esel und Ochs im Hintergrund zu sehen sind, herrscht ein
großes Gedränge. Drei königlich gekleidete Männer bringen einer Frau in
blauem Mantel, die ein Baby hält, Geschenke dar und huldigen ihnen. Die Drei
erregen Aufsehen, einer ist sogar schwarz! Ein Diener flüstert dem Mann,
offensichtlich der Vater des Kindes, hinter der
Mutter stehend etwas ins Ohr. Bewaffnete Wächter sind zu sehen, Kettenhemden,
Helme, Lanzen auch eine Armbrust. Es sind, mit Ausnahme der Mutter, nur
Männer zu sehen. Der Aufwand an Wächtern ist durch den hohen Wert der Geschenke
begründet. Die Szene spielt in der Zeit Brueghels,
also im 16. Jhd., Jedes Detail ist absolut zeitgemäß "modern"
dargestellt - von der Kleidung, den Waffen bis zur prächtigen Gestaltung der
Geschenke. Bruegel war ein bekannter und begehrter Maler, der genau wusste
was er tat und wie man reiche, wichtige Kunden aber auch das einfache Volk
beeindrucken konnte. Würde man den Bildinhalt in unsere Zeit übertragen, würden die Könige wahrscheinlich mit einem Rolls Royce
vorfahren, von dunkel bebrillten Bodyguards, die die wertvollen Geschenke
bewachen, umringt. Eine kühne Idee- aber leider hatte sie Pieter Bruegel
schon vor etwa 450 Jahren! Mag.art. O.A.Eschelmüller |
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Die
Geschenke haben es mir angetan Gold,
Weihrauch und Myrrhe – diese drei Gaben bringen laut Bibel die Weisen zur
Krippe. Erst später wurden im Volksglauben, in der Tradition der Kirche und
in der Kunst aus den drei Gästen drei Könige. In
unserem Bild bringen die Männer ganz andere, seltsame Geschenke mit: Ein
goldener, geschlossener Kelch kommt ja noch am ehesten an das Gold als
biblisches „Mitbringsel“ heran. Das offenen Gefäß, das der knieende Mann dem Jesuskind entgegenhält, enthält aber
eine rote Flüssigkeit und erinnert mich an den Abendmahlskelch. Das Kind
schreckt auch davor zurück und hält sich an der Hand der Mutter fest. Pieter
Brueghel spannt damit in seiner Krippendarstellung einen Bogen über das ganze
Leben Jsu. Der
dritte Weise, der exotischste unter den Besuchern, bringt aber ein wirklich
ausgefallenes Geschenk: Ein Schiff mit einer grünen Schnecke und einer
goldenen Kugel als Abschluss verziert. Schenkt er einen kunstvollen Zier-
oder Gebrauchsgegenstand (ähnlich der „Wiener Saliera“,
dem einst aus dem Kunsthistorischen Museum gestohlenen Salzfass?), der auf
seine Herkunft aus einem fernen Land schließen lässt? Am
auffälligsten ist jedoch für mich der Besucher, der sich ehrfurchtsvoll vor
dem Kind niederkniet. Er hat sein Zepter auf den Erdboden gelegt. Den Deckel
seiner „Geschenkes“ hat er daneben wie eine Krone abgelegt. Sein mit Hermelin
besetzter Mantel ist ihm viel zu groß und
er ist gerade dabei ihn abzustreifen. Die
Botschaft: Vor Gott zählen die Äußerlichkeiten und menschlichen Insignien der
Macht nicht. Die ganze Menschheit, symbolisiert in den drei unterschiedlichen
Besuchern, kommen zum Kind, das zur Welt kommt als
die Friedensbotschaft Gottes. Vielleicht erkennen sie, dass der Traum der
Menschen vom Frieden nur mit viel Phantasie und Kreativität (vgl. die
Geschenke) Wirklichkeit werden kann. Das Hinterfragen eingefahrener, (un)menschlicher Machtstrukturen ist ein Schritt auf dem
kreativen Weg zum Frieden. |