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Die
Kirche, mit ihren feudalen Fürsten, hatte dabei einen nicht zu geringen
Anteil, denn woher kamen die Mittel für die von uns heute so bewunderte
Architektur und all die Kunstschätze in den Barockkirchen und Klöstern? Gerade
im Barock zeigt sich diese Unersättlichkeit und Machtdemonstration unter dem
Titel: “Zur Ehre Gottes“ der Kirche besonders stark. Es gibt keine
Kunstepoche in der ein größerer Material- und Ressourcenaufwand getrieben
wurde als in dieser Stilepoche. Der feudale Größenwahn zeigt sich z.B. in den
Deckengemälden, in denen die Menschen bis in den Himmel, Gott mit seinen
Engeln sehen konnten. Allerdings war das nur wenigen vorbehalten, denn die
Paläste durfte das gemeine Volk nicht betreten. In den Kirchen, in die auch
einfache Menschen gingen, und am Glanz der Obrigkeit teilhaben konnten, wurde
allerdings der Glanz, die Lebensfreude, der Genuss und die Sinnlichkeit,
durch Darstellungen des Leidens, Höllenqualen und der Marter von Heiligen
sehr getrübt. Die bildende Kunst, wurde von den Mächtigen immer sehr gezielt
eingesetzt, um die Menschen zu manipulieren, ja nicht zu lebensfroh werden zu
lassen und das schlechte Gewissen immer auf kleiner Flamme am Köcheln zu
halten um damit, Macht über das Volk zu haben. Natürlich
ist auch klar, dass der (Geld-) Adel und die Kirche die einzigen Mäzene waren
und ohne sie, es diese herrlichen Kunstwerke heute nicht gäbe. Aber trotz
aller Ehrfurcht und Staunen über diese Schätze, darf man ihre Entstehung,
Finanzierung, Nutzung sowie oft versteckte manipulative Absicht nicht
übersehen. In
diesem Ambiente, eine Installation eines jungen bildenden Künstlers, das zum
Nachdenken und Hinterfragen anregt. Sein Zugang zum Thema Fastentuch ist von
der Farbe ein herkömmlicher - die Farbe „violett“ ist traditionell - das
Material jedoch ein völlig neues. Er verwendet Bündel von Luftballons die den
Altar verhüllen. Wie bei einem herkömmlichen Fastentuch herrscht die Farbe
Violett vor. Einige kleine Akzente - oft eine Zeichnung oder Bilder - auf dem
Tuch, sind in anderen Farben. So auch bei der Installation. Allerdings wird
herkömmlich Gewohntes, durch Anderes, Neues, irritiert. Das verwendete
Material – Luftballons - als Symbole der Lebensfreude, Leichtigkeit und
Kurzlebigkeit. Der größte Teil des Altares wird durch Trauben, von
Luftballons verhüllt. Die prallen und sinnlichen Formen der Ballons passen
sehr gut zu denen des Barock. Auf den ersten Blick sind die Ballontrauben gar
nicht störend, die Farben korrespondieren optimal mit den vorhandenen. Der
Titel: „Das Leben vor dem Tod“ wird durch die Ballons ideal dargestellt. Ein
Menschenleben, mit all seine Facetten wie jung, frisch, fröhlich, strahlend,
freudig, lebensfroh bis alt, traurig, mut- und kraftlos und schließlich
sterbend, ist Inhalt dieser Installation. Den Ballons wird die Luft - ihre
Stärke und Lebenskraft - ausgehen, die Farbe wird sich verändern, sie
schrumpfen, werden faltig und sie werden den Weg alles Irdischen gehen und
sterben. Mag.art.
O.A.Eschelmüller |
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Die
Kirchenbesucher von Dürbheim werden nicht schlecht über ihr „Fastentuch“
gestaunt haben. Die
bunten Ballons verdecken in mehreren Trauben den gewohnten Blick. Die
dominierende Farbe ist das Lila der Fastenzeit. In den Wochen bis Ostern wird
die bunte Pracht in sich zusammenschrumpfen. Trauben von Luftballons sind
Ausdruck von Lebensfreude und Sinnbild der Vergänglichkeit. Beides gehört zum
Leben. Die
Zeit vor Ostern ist dazu gedacht uns aus dem gewohnten Alltagstrott zu holen
– wie die Ballontrauben vorm Hochaltar.
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