Die Tradition unserer Schule, im Rahmen von MKP und einer Exkursion nach Wien die besten Pressefotografien des vergangenen Jahres Revue passieren zu lassen, konnte nach einer mehrjährigen Corona-bedingten Pause heuer wieder aufleben. So besuchten die Klassen 6a und 7a die Ausstellung „World Press Photo Award“ in der Galerie Westlicht, wo den Schüler*innen in einer Führung die Hintergründe zu den Preisträger*innen dieses weltweiten Wettbewerbs nahegebracht wurden. Es war faszinierend, auf welche Weise durch die tiefgehende Analyse, also das Erkennen von Hintergründen und Zusammenhängen und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen aus eindrucksvollen Fotografien mitreißende Geschichten wurden, die, Blitzlichtern gleich, erhellende Punkte in das oftmals verwirrende politische Geschehen in unserer Welt setzen.
Der zweite Teil der Exkursion führte uns in die ägyptisch-orientalische Sammlung des Kunsthistorischen Museums. Durch die Stundenkürzung in der 5. Klasse der Oberstufe und der damit einhergehenden Streichung so wichtiger Themenbereiche wie der Urgeschichte, Mesopotamien und eben auch Ägypten war die Hochkultur des Landes am Nil bei vielen Jugendlichen nicht mehr präsent. Die beiden engagierten Expertinnen, die uns in zwei Gruppen durch die Sammlung führten, verstanden es mit großem Wissen und nicht weniger Humor, diese längst vergangene Epoche wieder lebendig werden zu lassen. „Ihr wart die interessierteste und netteste Gruppe seit langem“, war der Tenor einer der Führerinnen. Und jener der Klassen, dass ihr Interesse nun geweckt sei und sie in einer weiteren Exkursion die Sammlungen der griechischen und römischen Antike erkunden möchten.
Einige Statements von Schüler*innen der beiden Klassen unterstreichen diesen Eindruck:
„Der Besuch in der Galerie Westlicht und der ägyptischen Sammlung des kunsthistorischen Museums war sehr informativ und interessant, vor allem wurde auch in beiden Führungen detailliert auf unsere Fragen eingegangen. Sehr spannend anzusehen waren auch die Mumien.“ (Yasmin Strohmer, 6a)
„Die Exkursion in die Fotogalerie Westlicht und in das Kunsthistorische Museum war sehr weiterbildend. Es war sehr interessant zu erfahren, welche Hintergründe hinter den verschiedensten Pressefotos stecken. Außerdem konnten wir im Kunsthistorischen Museum die spannendsten Fakten über das alte Ägypten, dessen Herrscher und Traditionen erfahren. Zusätzlich durften wir die wichtigsten Hieroglyphen lernen und auch versuchen diese zu übersetzen. Am meisten haben mich die verschiedenen Sarkophage und Mumien beeindruckt.“ (Anna Schober, 6a)
„Beide Exkursionen waren sehr interessant. Gerade die Führung in der ägyptischen Sammlung war sehr spannend und wir konnten viel Neues mitnehmen. Besonders die Darstellungen der Götter und deren Bedeutungen waren für viele von uns neu.“ (Alexa Groiss, 6a)
„Die Exkursion nach Wien in die Fotogalerie Westlicht und in das KHM waren nicht nur sehr informativ, sondern auch lehrreich. Alle unsere Fragen wurden ausführlich beantwortet.“ (Valerie Hagen, 6a)
„In der Galerie Westlicht hat mir am besten das Bild gefallen, in dem eine spezielle Technik angewandt wurde, um das Trauma und die symbolischen Narben der meist indigenen Mohnbauern in Mexiko darzustellen. Das Zerkratzen und –stechen des Fotos mit Nadeln weist auch auf die Gewinnung von Opium auf diesen Farmen hin. Die Führerin in der Ägyptischen Sammlung des KHM hat uns dieses Thema wirklich sehr gut nahegebracht. Man hat gemerkt, dass auch sie selbst für diese Ausstellung brennt. Die im Endeffekt mehr als 90 Minuten vergingen wie im Flug. Besonders interessant fand ich, dass sich die Religion der Ägypter ständig verändert hat und wie wichtig es den Menschen war, nach dem Tod ins Jenseits zu gelangen.“ (Sebastian Schober, 7a)
„Die Dame hat das wirklich toll gemacht und uns das Thema sehr interessant und mit Humor vermittelt.“ (Leonie Liebhart, 7a)
„Besonders spannend fand ich die Bildkompositionen zum Thema „Fake news“. Ich war sehr erstaunt, dass die Fotos selbst „fake“ waren, also manipuliert, und einige Elemente, speziell Personen, erst im Nachhinein hinzugefügt wurden.“ (Leonie Liebhart, 7a)
„In der Galerie Westlicht haben mich vor allem die Fotos rund um die Annexion der Krim und den Ukraine-Krieg beeindruckt. Es gefällt mir, dass der Fokus auf den Menschen dieser Region liegt und nicht auf den Kriegshandlungen.“ (Anna-Sophie Krottendorfer, 7a)
„Besonders die Bilder vom Sturm auf das US-Kapitol haben einen besonderen Eindruck auf mich gemacht. Sie fangen das bedrückende, beklemmende und vor allem bedrohliche Momentum dieses schwarzen Tages der US-Geschichte auf eindrucksvolle Weise ein.“ (Katharina Verra, 7a)
„Besonders gut hat mir die Bildkomposition über die Proteste in Thailands gefallen. Sie konnte die bedrückende Thematik sehr gut vermitteln.“ (Liliana Scharinger, 7a)
„Ich fand beide Ziele der Exkursion sehr interessant. In der Galerie Westlicht bekamen wir noch einmal einen Rückblick über das vergangene politische Jahr. Es ist ziemlich bedrückend, wenn man darüber nachdenkt, wie viele schlimme Dinge in einem Jahr passieren können.“ (Caroline Wazlawik und Johanna Thim, 7a)
„In der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung im KHM wurde beim Wissen über diese Region seit langem wieder einmal aufgefrischt.“ (Hannah Gieler, 7a)
„Ich fand die ägyptische Ausstellung im KHM sehr interessant und lehrreich, da diese Thematik im Geschichtsunterricht der Oberstufe ja leider kaum behandelt werden kann.“ (Katharina Postl, 7a)
Peter Schnaubelt (Text und Fotos)